Was treibt Frauen zur lebensgefährlichen Mittelmeer-Flucht mit Kindern?

Das Migazin berichtet am 04.07.2022:

Bei der jüngsten Rettungsaktion der „Geo Barents“ sind mindestens 30 Menschen ertrunken, darunter acht Kinder. Nach Aussagen der Hebamme Stefanie Hofstetter ist es die pure Verzweiflung, die Frauen dazu führt, ihre Kinder dem Risiko einer solchen Überfahrt auszusetzen. „Die Frauen, die wir an Bord haben, sagen, sie haben eigentlich keine andere Wahl“, sagte Hofstetter, die das medizinische Team der „Geo Barents“ leitet, dem „Evangelischen Pressedienst“ nach einer dramatischen Rettung.

„Sie werden in ihren Heimatländern verfolgt.“ Sie flöhen vor Zwangsverheiratung, sexualisierter Gewalt oder Gewalt in der Ehe. Ein großes Thema sei auch Genitalverstümmelung. „Sie verlassen ihr Land mit ihren Mädchen, weil sie sagen, sie wollen nicht, dass das ihrem Kind passiert.“

Hofstetter arbeitet für die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“, die die „Geo Barents“ betreibt. „Die meisten Frauen haben mehrfach sexualisierte Gewalt erlebt, in ihren Heimatländern, aber besonders auch in Libyen.“ Aber auch Männer erlitten dort derartige Misshandlungen. In den libyschen Internierungslagern für Geflohene herrschen laut Menschenrechtsorganisationen unfassbare Zustände. Folter und Gewalt sind an der Tagesordnung.

Besonders Frauen und Kinder auf der Flucht sind auf den Straßen jederzeit in Gefahr. „Die Frauen sagen, sie gehen lieber mit ihrem Kind in so ein Boot und haben die Hoffnung, dass sie dadurch ein besseres Leben erreichen, als dass sie in Libyen bleiben oder in ihrem Heimatland und dem Kind passiert so etwas“, erläutert Hofstetter.

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