Vom Kriegsschiff ins Corona-Camp

EINGESPERRT IN ELENDSLAGERN
Pro Asyl Deutschland berichtet am 12.04.2020:
Die Schutzsuchenden, die Anfang März auf einem Kriegsschiff vor Lesbos eingepfercht waren, wurden anschließend ins Flüchtlingslager Malakasa nördlich von Athen transportiert.  Diesen Menschen werden seit einem Monat ihre Rechte, die Menschenwürde und die Freiheit vorenthalten – und jetzt ist das Camp wegen eines Coronafalls unter Quarantäne gestellt worden. Ähnlich wie in Moria und anderen Lagern sind die medizinischen, hygienischen und sanitären Bedingungen dort aber katastrophal.

PRO ASYL / Refugee Support Aegean, unserem Team vor Ort, gelang es noch auf dem Schiff, in Kontakt mit einigen Eingesperrten zu kommen und das Mandat zu erhalten, für ihre Rechte einzutreten. Insgesamt vertreten unsere Jurist*innen 20 der betroffenen Flüchtlinge, darunter z.B. Familien mit Kindern aus Afghanistan und hochschwangere Syrerinnen.

Unser juristisches Team kämpft auch für zwei unbegleitete syrische Jungen (elf und zwölf Jahre) in einem Eilverfahren vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR). Die beiden Kinder sind ohne Maßnahmen im Sinne des Kinderschutzes mit Erwachsenen zusammen in Malakasa untergebracht. Wir werden alles dafür tun dass die beiden Jungen, ebenso wie die anderen inhaftierten Flüchtlinge, endlich freikommen und ein ordentliches Asylverfahren erhalten. Diese Menschen dürfen trotz – und gerade wegen – Corona nicht vergessen werden!

Das gilt auch für alle anderen Geflüchteten in griechischen Lagern. Die vom Innenminister angekündigte Aufnahme von 50 Minderjährigen ist nicht mehr als eine unzureichende Alibi-Handlung. Es braucht eine vollständige Evakuierung der Hotspots in Griechenland. Niemand darf zurückgelassen werden – dafür werden wir weiter eintreten.
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