UN-Expertin befürchtet mehr tödliche Bootsunglücke im Atlantik

Das Migazin berichtet am 06.11.2020: Im laufenden Jahr sind bereits mehr als 400 Menschen auf der Seeroute von Afrika zu den spanischen Kanaren-Inseln ums Leben gekommen. Im Vergleich zum Vorjahr ist das eine Verdopplung. Die Internationale Organisation für Migration befürchtet steigende Zahlen.

Die Internationale Organisation für Migration (IOM) befürchtet eine Zunahme der tödlichen Bootsunglücke auf der Seeroute von Afrika zu den spanischen Kanaren-Inseln. Die lange Fahrt auf dem Atlantik sei wegen der oft unvorhersehbaren Wetterbedingungen besonders gefährlich, sagte IOM-Sprecherin Safa Msehli dem „Evangelischen Pressedienst“ in Genf.

Mehr als 400 Migranten sind laut der IOM in diesem Jahr auf der Route bereits ums Leben gekommen, rund doppelt so viele Tote wie im gesamten Jahr 2019. Msehli, Expertin für Seenotrettung, verwies auf das schwerste Schiffsunglück in diesem Jahr, bei dem Ende Oktober vor der Küste Senegals ein Boot mit 200 Menschen sank. Davon überlebten 140 Menschen nicht, sie alle waren auf dem Weg zu den Kanaren.

Schlepperbanden haben laut Msehli in diesem Jahr bereits deutlich mehr Menschen über die riskante Route geschleust. Von Januar bis Oktober seien mehr als 11.000 Menschen auf den Kanaren eingetroffen. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres seien es 2.557 Migranten und Flüchtlinge gewesen. Anders sieht die Lage laut der IOM auf dem Mittelmeer aus. Dort sank die Zahl der Menschen, die auf dem Seeweg Europa erreichten, in diesem Jahr im Vergleich zu 2019 stark.

Solidarität auf See, 2020

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