Selbstverständlich: Seenotretter helfen 3.500 Menschen auf Nord- und Ostsee

Das Migazin vom 18.01.2021 berichtet: Während die Rettung von Menschen im Mittelmeer kontrovers diskutiert und verhindert wird, ist die Rettung im Nord- und Ostsee selbstverständlich. Die Seenotretter kommen zu Hilfe, wenn es nötig ist. Das gilt auch während der Corona-Pandemie.

Trotz Corona viel zu tun: Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) war im vergangenen Jahr in 1.720 Fällen auf Nord- und Ostsee im Einsatz. Dabei hätten die Besatzungen der rund 60 Rettungskreuzer und -boote fast 3.500 Menschen Hilfe geleistet, bilanzierte die Gesellschaft mit Sitz in Bremen am Freitag. Allein etwa 360 von ihnen wurden aus Seenot oder anderen Gefahren befreit. Seit Gründung der DGzRS vor über 155 Jahren seien mehr als 85.600 Menschen gerettet worden.

Aufgrund der Corona-Pandemie seien in den vergangenen Monaten weniger Schiffe auf Nord- und Ostsee unterwegs gewesen, hieß es. Auch die Wassersportsaison 2020 habe verspätet begonnen. Deshalb habe es bei den ausschließlich spendenfinanzierten Seenotrettern knapp 400 Einsätze weniger als im Vorjahr gegeben. „Dennoch halfen sie dabei annähernd gleich vielen Menschen“, hieß es.

So kamen sie zahlreichen Fischereifahrzeugen und ihren Besatzungen zu Hilfe. Auch für Windparkversorger, Seeleute von Handelsschiffen, Passagiere von Fähren und Fahrgastschiffen sowie viele Wassersportler und Küstenbesucher waren sie unterwegs. Die meisten Einsätze fuhren die Seenotretter eigenen Angaben zufolge an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste (607), gefolgt von der niedersächsischen Nordseeküste (520), der mecklenburg-vorpommerschen Ostseeküste (448) und der schleswig-holsteinischen Nordseeküste (145).

Derweil werden Schiffe von Seenotrettern an den EU-Außengrenzen am Mittelmeer festgehalten – sie seien nicht ausreichend ausgestattet oder verstießen gegen Sicherheitsbestimmungen. Zuletzt sorgten Verschärfungen in der Schiffsicherheitsverordnung für Diskussionen. Politisch werden Einsätze von Seenotretter im Mittelmeer kontrovers diskutiert. Kritiker sehen in der Rettung einen falschen Anreiz gesetzt, die gefährliche Überfahrt zu wagen. Finanziert werden private Seenotrettungsschiffe von Spendengeldern.

white and brown boat on sea under blue and white cloudy sky
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