Sea Watch wirft einen Blick zurück: Erfolge und Rückschläge im Jahr 2019

Sea Watch berichtet in ihrem Newsletter vom 12.11.2019: Für Sea-Watch geht das wohl schwierigste Jahr seit der Gründung des Vereins Mitte 2015 zu Ende. Inzwischen sind sechs Monate vergangen, seitdem unser bestens ausgestattetes Schiff zuletzt in der SAR-Zone war, um das tun, wofür es einst angeschafft wurde: Menschenleben zu retten.
Allerdings macht 2019 für unsere Aktivist*innen mehr aus, als nur die frustrierende Festsetzung der Sea-Watch 3 in Italien. Für unsere Schiffscrew begann das Jahr zusammen mit 32 Geretteten auf hoher See. Bereits zehn Tage zuvor waren sie von unseren Freiwilligen geborgen worden. Bis die Verzweifelten an Land durften, betrieb Europa auf ihrem Rücken fast drei Wochen lang ein unwürdiges Spiel und stritt um ihre Aufnahme. Insgesamt warteten wir 2019 nach vier Rettungen 54 Tage lang auf die Zuweisung eines sicheren Hafens. 229 Menschen konnten wir sicher an Land bringen, darunter 33 Kinder. Und es hätten so viele mehr sein können, wenn man uns doch nur gelassen hätte: Fünfmal wurde die Sea-Watch 3 zur Beweissicherung festgesetzt, seit der letzten Fahrt unserer Kapitänin Carola im Juni wurde das Schiff bis dato nicht mehr freigegeben.

Dabei wäre es so dringend gebraucht worden. Unsere Airborne-Crews allein haben auf ihren 105 Aufklärungsflügen 54 Boote entdeckt und waren an der Koordination von 33 Rettungen beteiligt. Insgesamt waren 2.729 vom Ertrinken bedrohte Menschen betroffen. 14 dieser Notfälle waren bis zu ihrer Entdeckung durch die Moonbird unbekannt. Die 799 Menschen an Bord hätten ohne den Einsatz unseres Flugzeugs vermutlich keine Chance auf Rettung gehabt.

Festgenommen: Carola Rackete im Juni auf Lampedusa. Foto: Chris Grodotzki / Sea-Watch e.V.
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