Sea Watch und Weihnachten

Sea Watch berichtet am 17.12.2021: Nach sieben Rettungseinsätzen konnten am 26. November die letzten der geretteten Menschen von Bord der Sea-Watch 4 gehen. Über 450 Menschen  haben damit in Augusta, Sizilien einen sicheren Hafen gefunden. Für Doreen, die Teil der Missionscrew war, ist klar: Eine weitere Nacht ohne sicheren Hafen hätte Gäste und Besatzung an ihre Belastungsgrenzen gebracht.

In den Tagen zuvor hatte sich das Wetter extrem verschlechtert. Wellen schwappten über Heck und Bug, sodass die Gäste nass wurden. In der Nacht auf den 26. November kollabierten vier Personen und mussten im Schiffskrankenhaus behandelt werden. Schon zuvor mussten insgesamt 14 Personen aufgrund der Schwere ihrer Verletzungen evakuiert werden.

Abrupte Wetterwechsel, Gewitter und starker Wellengang sind insbesondere in den Wintermonaten keine Seltenheit auf dem Mittelmeer. Doch die Gefahr, die mit einer Überquerung des Mittelmeers in den Wintermonaten einhergeht, hält Menschen nicht davon ab, die gefährliche Route trotzdem auf sich zu nehmen. Deswegen ist es umso wichtiger, dass auch die zivilen Seenotrettungsschiffe keine Winterpause machen. Während sich die Crew der Sea-Watch 4 von der Mission erholt, arbeiten wir aus diesem Grund bereits auf Hochtouren an den Vorbereitungen für unsere nächste Mission. Unser zweites Rettungsschiff, die Sea-Watch 3, wird derzeit auf ihren nächsten Einsatz vorbereitet. 

Was die Crew der Sea-Watch 3 vor Ort erwartet und welche Besonderheiten mit einem Einsatz auf dem Mittelmeer in den Wintermonaten einhergehen, erzählt Doreen, Teil der Missionscrew der letzten Sea-Watch 4 Mission, hier.

Die Aufgabe, Menschen an der tödlichsten Grenze vor dem Ertrinken zu bewahren, erfüllt die zivile Flotte seit über 6 Jahren – und dies, obwohl uns europäische Staaten immer wieder Steine in den Weg legen. Seien es Repressionen gegen Aktivist:innen oder die Festsetzung unserer Schiffe. Unsere Devise gegen die Versuche, uns und unsere Arbeit zu kriminalisieren? Solidarität mit Flüchtenden und allen, die sich für ihre Rechte einsetzen!

Deswegen gibt es seit 2018 den Sea-Watch Rechtshilfefonds. Er wurde vor dem Hintergrund steigender gerichtlicher Attacken gegen Aktivist:innen, die sich für die Rechte Flüchtender einsetzen, gegründet. Seitdem geht er auf Nummer sicher, dass die finanziellen Kosten der politisch motivierten Angriffe gegen die Zivilgesellschaft und Flüchtende nicht von Einzelpersonen getragen werden müssen. Wie ihre Arbeit in der Praxis aussieht, erfährst Du hier.

Um das ganze Jahr und unabhängig der Jahreszeit Menschenleben an der tödlichsten Grenze der Welt retten zu können, brauchen wir Deinen Rückhalt! Mit einer Geschenkspende kannst Du uns unterstützen und gleichzeitig Freund:innen und Familie das schönste Weihnachtsgeschenk bereiten: Hoffnung auf ein menschlicheres Europa.

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