Sea Watch bezeugt Mitschuld der Reederei Vroon an illegaler Rückführung

Sea Watch berichtet am 01.07.2021: Kaum eine Woche vergeht, ohne dass Flüchtende an den Grenzen Europas ertrinken. Erst gestern morgen starben wenige Meilen vor der italienischen Insel Lampedusa mindestens 7 Menschen. 9 Personen werden weiterhin vermisst. Wir wissen von knapp 700 Menschen, die der menschenfeindlichen EU-Abschottungspolitik im zentralen Mittelmeer allein im Jahr 2021 bereits zum Opfer fielen. Das Mittelmeer ist mittlerweile eine menschenrechtsfreie Zone. Illegale Rückführungen ins Bürgerkriegsland Libyen sind nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel.

Nicht nur die europäische Grenzschutzagentur Frontex beteiligt sich tatkräftig an dieser gegen internationales Seerecht verstoßenden Praktik. Der folgende Zwischenfall vom 14. Juni, den die Crew unseres Luftaufklärungsflugzeugs Seabird hautnah miterlebte, zeigt erneut, wie sich auch private Handelsschiffsunternehmen vermehrt an der tödlichen Abschottungspolitik Europas beteiligen.

Der Fall VOS TRITON
Am 14. Juni wurden wir von der Initiative Watch the Med – AlarmPhone über ein in Seenot geratenes Holzboot mit mehreren medizinischen Notfällen an Bord informiert. Umgehend machte sich unsere Crew mit dem Aufklärungsflugzeug Seabird auf den Weg zu dem Seenotfall. Gegen Mittag erreichte die Seabird das Holzboot, auf welchem sich an die 170 Menschen befanden. Es trieb mit einem kaputten Motor nur 6 Seemeilen vor der maltesischen Such- und Rettungszone. Trotz wiederholter E-Mails und Anrufe bei den zuständigen Behörden wurde zehn Stunden nach dem ersten Notruf noch keine staatliche Rettungsoperation eingeleitet. Stattdessen wurde das Handelsschiff VOS TRITON zu dem in Not geratenen Boot geschickt.
Während unsere Seabird über der VOS TRITON und dem Seenotfall kreiste, musste unsere Crew beobachten, wie mehrere Personen aus dem überfüllten Holzboot ins Wasser sprangen, um schwimmend die VOS TRITON zu erreichen. Obwohl es der Crew der VOS TRITON schließlich gelang, alle Menschen von Bord des Holzbootes zu evakuieren, sollte für die 170 geretteten Menschen die Tortour an diesem Punkt nicht zu Ende sein.
Die Seabird-Crew beobachtete schließlich wie sich die VOS TRITON mit der Absicht, die geretteten Menschen zu übergeben, neben einem Schiff der sogenannten Libyschen Küstenwache positionierte. Trotz mehrerer Versuche, die VOS TRITON über Funk zu erreichen und der vielen E-Mails und Telefonanrufe an die Reederei, wurden alle zuvor geretteten Menschen der sogenannten Libyschen Küstenwache übergeben und nach Libyen zurückgeschleppt. Unseren ausführlichen Bericht vom 14. Juni findest Du hier.
Während unsere Seabird über der VOS TRITON und dem Seenotfall kreiste, musste unsere Crew beobachten, wie mehrere Personen aus dem überfüllten Holzboot ins Wasser sprangen, um schwimmend die VOS TRITON zu erreichen. Obwohl es der Crew der VOS TRITON schließlich gelang, alle Menschen von Bord des Holzbootes zu evakuieren, sollte für die 170 geretteten Menschen die Tortour an diesem Punkt nicht zu Ende sein.
Die Seabird-Crew beobachtete schließlich wie sich die VOS TRITON mit der Absicht, die geretteten Menschen zu übergeben, neben einem Schiff der sogenannten Libyschen Küstenwache positionierte. Trotz mehrerer Versuche, die VOS TRITON über Funk zu erreichen und der vielen E-Mails und Telefonanrufe an die Reederei, wurden alle zuvor geretteten Menschen der sogenannten Libyschen Küstenwache übergeben und nach Libyen zurückgeschleppt. Unseren ausführlichen Bericht vom 14. Juni findest Du hier.
 
Es ist nicht hinnehmbar, dass europäische Behörden und private Schifffahrtsunternehmen wie Vroon fundamentale Menschenrechte im zentralen Mittelmeer mit Füßen treten. Die unmittelbare Rettung von Menschen aus Seenot ist nicht optional, sondern Pflicht! Eine Rettung ist erst dann abgeschlossen, wenn die Menschen in einen sicheren Hafen an Land gehen können. Libyen ist kein sicherer Ort, da dort Menschen – insbesondere Flüchtende – seit Jahren systematischer Folter und Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt sind.
 
Europäische Politiker:innen und Entscheidungsträger:innen müssen endlich aufhören Menschenrechte nur als hohle Phrasen für pathetische Reden zu missbrauchen, sondern sich stattdessen für ihre universelle Umsetzung einsetzen! Unterzeichne jetzt unsere Petition „Menschenrechte sind #unverhandelbar“, die wir gemeinsam mit zahlreichen anderen Initiativen ins Leben gerufen haben. Mit dieser wollen wir nicht zuletzt hinsichtlich der deutschen Bundestagswahlen Politiker:innen klar und deutlich zu verstehen geben, dass Menschenrechte #unverhandelbar sind!
 
Wir fordern weiterhin:
– Sichere und legale Fluchtwege!
– Die bedingungslose Rettung von Menschen in Seenot im zentralen Mittelmeer und ihre Anlandung in einem sicheren Hafen!
– Ein sofortiges Ende der illegalen Rückführungen ins Bürgerkriegsland Libyen!
 
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