Rufe nach Aufnahme von Flüchtlingen aus Moria mehren sich

Das Migazin vom 11.09.2020 berichtet: Nach dem verheerenden Brand im griechischen Flüchtlingslager Moria mehren sich die Forderungen nach einer Aufnahme der Flüchtlinge aus dem zerstörten Camp. Hilfsorganisationen sowie Vertreter aus Politik und Kirche riefen dringend zur Umverteilung der Schutzsuchenden in Europa auf. Der Vertreter des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) in Deutschland, Frank Remus, appellierte am Donnerstag an die Bundesregierung, zusätzliche Migranten von der Insel Lesbos aufzunehmen. Der Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche, Heinrich Bedford-Strohm, forderte, Deutschland müsse bei der Aufnahme mit denjenigen EU-Ländern vorangehen, die bereit dazu seien. Europa habe es versäumt, sich auf einen gemeinsamen Weg in der Flüchtlingspolitik zu verständigen, sagte er der „Passauer Neuen Presse“.

UNHCR-Vertreter Remus warf der EU vor, sich nicht angemessen um die Lager gekümmert zu haben. Er verstehe zwar, dass Deutschland bisher auf eine europäische Lösung poche, sagte er der Zeitung „Die Welt“. „In einer Notsituation wie dieser würde ich es aber sehr begrüßen, wenn die bisherige Politik überdacht würde.“ Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte im Juli eigene Landesaufnahmeprogramme von Berlin und Thüringen gestoppt mit der Begründung, die Verhandlungen für eine europäische Asylpolitik nicht gefährden zu wollen.

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Das Flüchtlingslager im griechischen Moria nach dem Brand

Derweil blieb die Lage auf Lesbos katastrophal. Nach Angaben von „Ärzte ohne Grenzen“ und „Mission Lifeline“ war es kaum möglich, den nun obdachlosen Flüchtlingen zu helfen. Bewohner der Insel blockierten die Zufahrt zum Flüchtlingslager. Die Polizei greife nicht ein und verhindere Hilfe. Laut der Berliner Krankenschwester Christine Schmitz, die für die Hilfsorganisation „Medical Volunteers International“ auf Lesbos ist, sperren Polizei und Militär auch die beiden Zufahrtsstraßen von der Hauptstadt Mytilini nach Moria ab. Es sei angekündigt worden, dass die Armee die Menschen mit drei Mahlzeiten pro Tag und Wasser versorge. „Aber das setzt voraus, dass das Militär weiß, wo die Geflüchteten sind“, sagte die 56-Jährige dem „Evangelischen Pressedienst“.

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