Rettung aller Flüchtlinge im Mittelmeer ist möglich

Das Migazin vom 31.10.2019 berichtet: Seenotretter im Mittelmeer dringen auf ein EU-Programm zur Rettung von Bootsflüchtlingen. Technisch sei das möglich. Das Mittelmeer sei einer der bestbewachten Räume weltweit.

Die Seenotrettungsorganisation SOS Méditerranée dringt auf ein europäisches Programm zur Rettung von Bootsflüchtlingen. „Es darf kein Mensch im Mittelmeer ertrinken“, sagte Geschäftsführer David Starke dem „Evangelischen Pressedienst“. „Und das Gute ist, es ist technisch möglich.“ Das habe die Operation der italienischen Marine und Küstenwache „Mare Nostrum“ gezeigt, die 2013 und 2014 etwa 150.000 Flüchtlinge im Mittelmeer gerettet habe.

„Die EU-Mitgliedsstaaten müssen Verantwortung übernehmen und Schiffe hinschicken“, forderte Starke. Die derzeitige Situation sei nicht haltbar. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind in diesem Jahr bereits mehr als 1.000 Menschen im Mittelmeer ertrunken.

Marco Stricker, Palermo 2018

Es sei nachvollziehbar, dass Italien und Malta zur Solidarität anderer europäischer Länder aufriefen. „Das Geringe und Geschacher um die Geretteten ist aber nicht zu verstehen“, kritisierte Starke. Im September habe die neue italienische Regierung auf einmal mehrere Schiffe innerhalb von 24 Stunden in einen Hafen gelassen. „Die Hoffnung war groß, dass sich das fortsetzt, aber wir sind sehr schnell wieder auf den Boden der Tatsachen angekommen.“

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