#Leave No One Behind!

Sea Watch berichtet am 12.05.2020: Weiterhin sitzen rund 20.000 Menschen im Lager Moria auf Lesbos fest, ohne Zugang zu medizinischer Grundversorgung. Ein Ausbruch von Covid-19 auf der Insel wäre für die Bewohner*innen der Camps eine Katastrophe. Wir haben deshalb letzte Woche eine erste Lieferung mit Masken als rudimentären Schutz vor Infektionen auf die Insel geschickt. Wir fordern weiterhin die sofortige und vollständige Evakuierung der Menschen, die teilweise seit Jahren in den überfüllten Lagern festgehalten werden.

Während in Deutschland die Aufnahme einiger dutzend Kinder aus griechischen Lagern als Erfolg gefeiert wird, verbleiben immer noch rund 20.000 Menschen allein im Lager Moria, das ursprünglich für 3.000 Personen ausgelegt war. In Zusammenarbeit mit anderen NGOs wurden im Laufe der vergangenen Woche die ersten Masken in dem Lager verteilt.

Nach dramatischen Szenen am Osterwochenende, an dem mindestens 12 Menschen ums Leben kamen und dutzende illegal nach Libyen verschleppt wurden, wird nun gegen führende Militärs sowie Maltas Regierungschef Robert Abela ermittelt. Dieser gab auf Druck der Presse sogar zu, dass in Kooperation mit einem privaten Fischerboot Menschen nach Libyen gebracht wurden (mehr dazu hier). Und auch die italienischen Behörden setzen weiter alles daran, die Arbeit der privaten Rettungsorganisationen zu behindern. So wurden nun auch die beiden Rettungsschiffe Aita Mari und Alan Kurdi festgesetzt. Das spanische Schiff Aita Mari war an Ostern während einer Überführungsfahrt trotz unterbesetzter Crew einem Boot in Seenot zur Hilfe geeilt.

Dass die Corona Pandemie missbraucht wird, um Seenotrettung auf dem Mittelmeer systematisch zu verhindern, zeigt sich auch am Fall des Handelsschiffs MV Marina, das letzte Woche erst nach tagelangem Ausharren 79 gerettete Menschen in Sizilien an Land bringen durfte.

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