Kriminalisierung

Das Migazin vom 10.08.2022 berichtet aus dem mehrtägigen Transborder SummerCamp in Nantes/Frankreich: Immer wieder wurde jedoch auf dem Camp betont, dass insbesondere geflüchtete Menschen selbst als Schleuser kriminalisiert werden und drakonische Strafen auferlegt bekommen. Häufig werden Fliehende zu lebenslanger Gefängnishaft verurteilt werden, weil sie die Steuerpinne des Schlauchbootes auf dem Weg nach Europa festhielten oder aber, weil sie im Falle von Seenot einen Notruf an die Küstenwache absetzten. In Griechenland ist die zweitgrößte Gruppe aller inhaftierten Menschen aufgrund von Vorwürfen des „Menschenhandels“ im Gefängnis, darunter zahlreiche Geflüchtete. Seit langem arbeiten verschiedene Gruppen in Kooperation mit lokalen Anwält:innen daran, diese Menschen zu unterstützen, Gerichtsprozesse zu begleiten und Kampagnen gegen die Kriminalisierung von Schutzsuchenden umzusetzen. Nun haben sich einige von ihnen zusammengeschlossen: Nur einen Tag nach Ende des Transborder Camps ging die Seite Captain Support online. Dort werden Fliehende über die Gefahr der Kriminalisierung aufgeklärt und können sich melden, wenn sie selbst oder andere von Festnahmen betroffen sind. Das Netzwerk Captain Support versucht dann juristische Hilfe zu organisieren und, wenn erwünscht, eine politische Unterstützungskampagne durchzuführen.

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