Es ist höchste Zeit, die Lager auf den Ägäisinseln zu evakuieren.

Andreas Ernst berichtet am 27.03.2020 in der NZZ: Das Coronavirus bedroht die völlig ungeschützten Bewohner der Migrantenlager in Griechenland. Jetzt gilt es schnell und entschieden zu handeln.

Der Aufruf könnte in keinem schlechteren Moment kommen. Ausgerechnet jetzt, da sich in Europa die Schlagbäume senken, die Bürger in ihren Häusern verschwinden und die Spitäler sich auf Schlimmes vorbereiten. Ausgerechnet jetzt verlangt eine europaweite Gruppe aus Ärzten und Gesundheitspersonal (keine NGO, es sind Privatpersonen) in einem offenen Brief, dass die Elendslager der Migranten auf den griechischen Inseln evakuiert werden. Es drohe dort eine gesundheitliche Katastrophe, für die wir uns später schämen würden, schreiben sie. Der Appell sollte gehört werden. Nicht trotz, sondern wegen der Corona-Krise ist die Zeit gekommen, rasch und entschieden zu handeln.

Über die Lage auf den Ägäisinseln ist schon lange alles gesagt worden. Es leben dort Zehntausende von Migranten und Flüchtlingen seit Jahren, meist unter miserablen Bedingungen. Weil Europa und Griechenland ausserstande sind, ein vernünftiges Asylsystem aufzubauen, das Schutzbedürftige schnell identifiziert, haben sich auf den Inseln Slums gebildet, in denen die Menschen zwar nicht verhungern, von denen aber viele wegen der unhygienischen Zustände krank sind.

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