Das Schicksal der „St. Louis“-Passagiere

Das Migazin vom 20.11.2019 berichtet: In einer Sonderausstellung wird die Geschichte der St. Louis aufgezeigt. Im Jahr 1939 suchten 937 Juden auf der MS „St. Louis“ in Amerika vergeblich nach einem Land, der sie aufnimmt. Notgedrungen kehrten sie zurück nach Europa. Eine Ausstellung zeigt die Geschichte dieser Menschen. Die Fahrt und das Schicksal von 937 jüdischen Passagieren auf der MS „St. Louis“ im Jahr 1939 ist Thema einer Sonderausstellung im Auswanderermuseum Ballinstadt auf der Veddel, die an diesem Freitag eröffnet wird. Unter dem Titel „St. Louis – Schiff der Hoffnung“ illustriert sie die verschiedenen emotionalen Stationen der Passagiere auf der „St. Louis“.

Eigentlich hatten die Flüchtlinge beinahe eine Art eine Kreuzfahrt gebucht, mit gutem Essen, Champagner und ausgelassenen Feiern. Doch ihre Vorfreude und Hoffnung wurden schnell getrübt. Insgesamt 11 Tage waren sie gemeinsam mit Kapitän Schröder auf See unterwegs. In Havanna angekommen dann die Ernüchterung: Ihre Visa wurden nicht akzeptiert.

Viele Passagiere an Bord wurden aktiv und gründeten Komitees, um nach Auswegen zu suchen. Einige Menschen drohten mit Selbstmord. Es ging weiter nach Amerika, doch auch die USA wollten die Flüchtlinge nicht aufnehmen, weil die eigene Lage im Land durch die hohe Arbeitslosenzahl belastend genug war. Auch das benachbarte Kanada hielt seine Tore für die Hilfesuchenden geschlossen. Die Folge: Alle mussten nach Europa zurück. Doch weil sie nicht mehr nach Deutschland konnten, wurden alle verstreut – nach Belgien, Großbritannien, Frankreich und in die Niederlande.

Die St. Louis vor der Buch von Havanna/Kuba © Wikipedia, Public Domain, Link

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