Zentrale Mittelmeerroute: Flüchtlinge schützen?

Nach dem Motto „Leben retten“ koordinieren neun Länder der Central Mediterranean Contact Group ihre Aktivitäten, mit dem vorrangigen Ziel, Leben zu retten und den Menschenhandel zu bekämpfen. Die Schweiz betonte, dass die Migrantinnen und Migranten besser geschützt werden müssen, insbesondere jene, die in Nordafrika gestrandet sind.
Bei genauerer Betrachtung der vorgesehenen Massnahmen zeigt sich jedoch, dass „Leben retten“ primär meint „an der Flucht hindern“ und sekundär „Fluchtursachen bekämpfen“. Keine Massnahme bezieht sich auf die Stärkung der Seenotrettung.
Wie sehen das wohl die Betroffenen? Leider Sie sind sie nicht in der Central Mediterranean Contact Group vertreten und sie werden auch nicht gefragt.

Wir teilen die Meinung des Historikers Timothy Snyder*, der unter anderem darauf hinweist, dass es in schwierigen Lagen wichtig ist, Berufsstandards nicht leichtfertig über Bord zu werfen. Wir fühlen uns der Seemannschaft verpflichtet. Und diese ist eindeutig: Ertrinken lassen ist keine Option!

* Timothy Snyder: Über Tyrannei. Zwanzig Lektionen für den Widerstand, C.H. Beck Verlag, 2017.

Foto: Ein Crewmitglied der Sea-Watch wirft zwei Schiffbrüchigen eine Rettungsweste zu. Fabian Melber, 19.03.2017

Wimpel mit besonderer Geschichte

Für unsere Vereinsmitglieder und unsere Partner suchten wir nach einem passenden Geschenk. Uns ist es wichtig, dass das Geschenk fair, sozial und ökologisch hergestellt wird. Bei der Firma sürprisen fand unser Kassier Thomas Bongard die ideale Partnerin, die für uns einen Wimpel mit besonderer Geschichte entwickelte.

Die Wimpel sind aus altem Segeltuch gefertigt und durch Flüchtlinge aus einem Durchgangszentrum der Heilsarmee in den Werkstätten von sürprisen genäht worden. Die Geschichte der Näherin Shokhan hat uns dabei besonders berührt: Die Irakerin geriet mit Ihrer Familie bei der Überquerung von der Türkei nach Italien in einem überfüllten Flüchtlingsboot selber in Seenot.

Das Segeltuch, der Druck und die Produktentwicklung konnte durch Sponsoring (Segeltuch: vmsails, Druck: FORM, Produktentwicklung: sürprisen gmbh) finanziert werden. Vielen Dank!


Solidarität-auf-See Wimpel für 4-Oceans

Jaqueline Steiner erhält den Solidarität auf See Wimpel an der Suisse Nautic 2017Als erster Partner der nautischen Branche der Schweiz erhielt 4-Oceans den Solidarität-auf-See Wimpel an der SuiseNautic überreicht.

Jacqueline Steiner, die Geschäftsführerin des in der Schweiz bestens bekannten Charterunternehmens, zeigte sich überrascht und erfreut über den spontanen Besuch des Präsidenten des Vereins „Solidarität auf See“, Marco Stricker, an der SuisseNautic 2017, im dessen Rahmen die Übergabe stattfand.

Der Wimpel, der auch für jedes Mitglied des Vereins erhältlich ist, wird aus gebrauchtem Segelmaterial eigens von Flüchtlingen in einer Werkstatt in Bern gefertigt.

Der 6-jährige Samuel und seine Mutter sterben auf dem Weg über die Strasse von Gibraltar

Spanish protesters gathered in the central square of Barbate, near Cape Trafalgar, to mourn the death at sea of a young boy from Africa: http://www.bbc.com/news/world-europe-38826022

The number of migrants‘ bodies accounted for off the Spanish coast is officially in the hundreds. But the UN’s refugee agency has calculated that more than 20,000 people have perished trying to cross to mainland Spain or on the Atlantic route to the Canary Islands since 1988.

Darf die EU in der Flüchtlingskrise auf Libyen setzen?

Die EU diskutiert auf ihrem Sondergipfel auf Malta über einen Flüchtlingsdeal mit Libyen. Ähnlich dem Abkommen mit der Türkei könnten Flüchtlinge in das nordafrikanische Land zurückgeschickt werden. Dort warten laut EU-Schätzungen rund 350.000 Menschen auf den Frühling, um die Reise über das Mittelmeer zu starten. Kommentatoren sind uneins, ob ein solches Arrangement die Staatengemeinschaft weiterbringt.

Eine europäische Presseschau vom 3. Februar 2017: http://www.eurotopics.net/de/

(© picture-alliance/dpa)

Bundesrätin Sommaruga besucht unseren Partner MOAS (Migrant Offshore Aid Station)

Simonetta Sommaruga macht sich im Rahmen des informellen Treffens des Justiz- und Innenministerrats in Malta ein Bild über die Herausforderungen der Migrationssituation im Mittelmeerraum.

Bundesrätin Sommaruga spricht mit Mitarbeitenden der Hilfsorganisation MOAS

https://www.ejpd.admin.ch/ejpd/de/home/aktuell/news/2017/2017-01-26.html

Was tun, wenn das Flüchtlingsboot den Kurs kreuzt?

Ein vollbeladenes Flüchtlingsboot kreuzt den eigenen Kurs und weit und breit ist kein anderes Schiff in Sicht. 

Wie man sich in einer solchen Situation korrekt verhält, welche Rechte und Pflichten man als Skipper oder Crewmitglied hat, verrät die von der deutschen Stiftung ProAsyl herausgegebene Broschüre „Flüchtlinge in Seenot: handeln und helfen“.

Neben konkreten Tipps und Handlungsanweisungen findet man auch Adressen, Telefonnummern und die Rufnamen von Küstenfunkstellen, die man im Fall eines Falles kontaktieren kann.

Hier kann man diese wertvolle Broschüre herunterladen:
Fluechtlinge_in_Seenot_-_Handeln_und_Helfen.pdf [ca. 1 MB]

 

Bon Voyage – Wenn Yachties auf Flüchtende treffen.

Der Schweizer Kurzfilm „Bon Voyage“ mit Tatortkommissar Stefan Gubser und Annelore Sarbach als segelndes Paar auf hoher See läuft derzeit an diversen Festivals. Wer die Chance hat, sollte sich diesen Film ansehen.

Was tun, wenn wir plötzlich mitten in der Nacht den Kurs eines überbelegten Flüchtlingsboots kreuzen?
Der Film thematisiert den fiktiven Ablauf genau dieses Geschehens beklemmend realistisch auf dramatische Weise.

BON VOYAGE – Trailer from Dschoint Ventschr Filmproduktion on Vimeo.

Zwei Wochen auf Seenotrettungs Einsatz mit der Sea-Watch 2

Die Fotojournalistin Judith Büthe begleitete 2016 einen zweiwöchigen Seenot-Rettungseinsatz mit der Sea-Watch 2.

Seit 2015 betreibt der Verein Sea-Watch e.V. auf eigenen Schiffen mit freiwilligen Besatzungen private Seenotrettung vor den Küsten Libyens und in der östlichen Ägäis. Über 20’000 Menschen konnten so allein im Jahr 2016 auf der mitunter tödlichen Überfahrt in Richtung Europa in Sicherheit gebracht werden.

Judith Büthe berichtet dem Internet-Magazin Femtastics live über Skype und mit eindrücklichen Bildern über die Einsätze und die bewegenden Momente, wenn die Menschen auf der Flucht das erste Mal wieder so etwas wie Sicherheit verspüren.

Eine grossartige Dokumentation über die Arbeit der Menschen, die ihre Freizeit opfern um Menschen in Seenot zu helfen. Bewegende Bilder und Texte, die uns motivieren die Arbeit von Organisationen wie Sea-Watch auch weiterhin zu unterstützen.

Zum Artikel:
http://femtastics.com/short-stories/einsatz-auf-der-sea-watch-2-fotojournalistin-judith-buethe/

Erneut wahrscheinlich mehr als 100 Ertrunkene vor der libyschen Küste.

Auch 2017 reissen die Nachrichten über ertrunkene Menschen auf der Flucht über das Mittelmeer nicht ab.

In den ersten zehn Tagen des Jahres ertranken bereits 13 Menschen auf der Flucht über das Mittelmeer, 1159 Flüchtlinge erreichten die Küsten. Nun gibt es anscheinend schon die erste Flüchtlingskatastrophe, bei der mehr als 100 Flüchtende den Tod im kalten Meer gefunden haben könnten:

Bei einem Schiffbruch im Mittelmeer vor der libyschen Küste sind möglicherweise rund 180 Menschen ums Leben gekommen, als ihr Boot auf dem Weg nach Italien in Seenot geriet. 4 Menschen konnten bislang lebend gerettet werden.

Quelle:
Flavio di Giacomo (@fladig), Sprecher der Internationalen Organisation für Migration (IOM) via Twitter.

Trauriges Rekordjahr 2016 auf dem Mittelmeer.

2016 wurde das Mittelmeer für 5’079 Flüchtende zum nassen Grab.

Auch im vergangenen Jahr war das Mittelmeer wieder die mit Abstand gefährlichste Route für Flüchtende.
5’079 Männer, Frauen und Kinder verloren während der Überfahrt das Leben, wie die Internationale Organisation für Migration in Genf mitteilte.

Nach 2104 mit 3’280 Toten und 3’770 Ertrunkenen im Jahr 2015 markiert das Jahr 2016 somit einen traurigen Rekord. In den letzten drei Jahren verloren 12’129 Kinder, Frauen und Männer ihr Leben beim Versuch Europa über unsere beliebteste Ferien- und Segeldestination zu erreichen.

Quelle:

http://www.faz.net/aktuell/politik/opferbilanz-der-un-mehr-als-5000-fluechtlinge-starben-2016-im-mittelmeer-14607266.html

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Herzlichen Dank für Dein Interesse.

Gerne zeigen wir Dir, wie auch Du einen Beitrag zur Seenotrettung leisten kannst.