45 Menschen vor Küste Marokkos ertrunken

Das Migazin vom 18.03.2019 berichtet: 45 Flüchtlinge aus dem südlichen Afrika sind im Mittelmeer auf dem Weg nach Spanien ertrunken. Die Zahl der Toten im Mittelmeer ist im laufenden Jahr damit auf über 230 angestiegen.

»Ich kann helfen, also werde ich helfen. So einfach ist es«

Pro Asyl Deutschland berichtet am 13.03.2019: »Sea-Eye« ist derzeit als einzige NGO mit einem Rettungsschiff im Mittelmeer unterwegs. Im Dezember 2018 retteten sie 17 Menschen in Seenot das Leben. Daniel Hempel war bei diesem Einsatz dabei.

Am 29. Dezember 2018 rettete die Organisation »Sea-Eye« 17 Menschen im Mittelmer und weigerte sich, sie der libyschen Küstenwache zu übergeben. In Malta wurde ihrem Schiff die Einfahrt verweigert, trotz aufziehenden Sturms. 18 Besatzungsmitglieder und 17 Gerettete harrten zwölf Tage vor der maltesischen Küste aus, bevor die Geflüchteten am 9. Januar 2019 an Land gehen durften.

Daniel Hempel (29) aus Detmold, jahrelang Mitglied bei PRO ASYL, war bei diesem Einsatz Crew-Mitglied. Im Interview schildert er seine Erlebnisse.


Die „Professor Albrecht Penck“, mittlerweile in „Alan Kurdi“ umgetauft. Foto: Alexander Draheim / sea-eye.org

Nominiert für den Oscar 2019: Lifeboat

Die Seenotrettungsorganisation „Sea-Watch“ will die Oscar-nominierte Dokumentation „Lifeboat“ über die Lage von Flüchtlingen auf dem Mittelmeer am Freitag den 22. Februar 2019 öffentlich vor dem Bundesinnenministerium in Berlin zeigen. „Wenn sich der Innenminister der Realität verweigert, bringen wir die Realität eben an seinen Dienstsitz“, sagte „Sea-Watch“-Mitglied Thomas Schaible am Donnerstag in Berlin. Zahlreiche Städte und Bundesländer seien zur Aufnahme von Schiffbrüchigen bereit, Innenminister Horst Seehofer (CSU) blockiere dies aber, hieß es. (Quelle: Migazin , 22.02.2019)


Das Rettungsschiff Sea-Watch rettet Flüchtlinge im Mittelmeer (Archivfoto) © sea-watch.org

Bundeswehr stoppt Seenotrettung

Das ARD Nachrichtenmagazin Monitor vom 21.02.2019 geht der Frage nach, warum sich die Bundeswehr aus der Operation Sophia zurückgezogen hat und wie es den beteiligten Soldaten ergangen ist. Zitat: „In der Marine sind wir nicht nur Soldaten sondern auch Seefahrer. Und ein Seefahrer lässt niemanden im Wasser liegen. Ganz gleich woher er kommt. Da gab es keine Diskussion.“

Die deutsche Verteidungsministerin Urula von der Leyen beklagt sich darüber, dass das italienische Kommando die Seenotrettung durch die dutsche Marine behindert. Seit Monaten konnte so keine sinnvolle Aufgabe angepackt werden.

Das Rettungsschiff von Sea Eye erhält Namen des ertrunkenen Alan Kurdi

Das Migazin berichtet am 05.02.2019: Der leblose Körper des Zweijährigen war im September 2015 an die türkische Küste gespült worden. Die Familie des Jungen wird zur Namensgebung nach Mallorca reisen.

Sea Eye-Rettungsschiffe © sea-eye.org

Die private Rettungsorganisation „Sea-Eye“ will dem 2015 ertrunkenen Alan Kurdi ein Denkmal setzen. Am 10. Februar soll das Schiff „Professor Albrecht Penck“ im Hafen von Mallorca umgetauft werden und den Namen des zweijährigen toten Jungen erhalten, dessen Bilder um die Welt gingen, wie die Regensburger Seenotrettungsorganisation „Sea-Eye“ am Montag mitteilte.

Kriminalisierung der Seenotrettung führt zu Rekordtodesrate

Die UNO stellt fest, dass die Kriminalisierung der Seerettung der Grund für die Rekordtodesrate im Mittelmeer ist. Wie Sea Watch berichtet, wird die Kriminalisierung eifrig weiter geführt.

Bild: Sea Watch

Die «Sea-Watch 3» hat im Hafen von Catania angelegt.

Die NZZ berichtet am 31.01.2019: Italien hatte sich zuvor mit anderen EU-Staaten auf die Verteilung der 47 Geflüchteten an Bord geeinigt. Die deutsche Hilfsorganisation Sea-Watch muss nun mit Ermittlungen der Staatsanwaltschaft des sizilianischen Catania rechnen.

20 Hilforganisationen aus Deutschland richten einen Appell an die EU

Das Migazin vom 30.01.2019 berichtet, dass rund 20 deutsche Hilfsorganisationen an die EU appelliert haben, die Zusammenarbeit mit Libyen zu beenden. Dort würden Flüchtlinge unter grausamsten Bedingungen in Lagern und Gefängnissen festgehalten. „Ärzte ohne Grenzen“ kritisiert, Europa lasse Schutzsuchende ertrinken.

In den vergangenen zwei Jahren habe die libysche Küstenwache mehr als 30.000 Flüchtlinge und Migranten auf dem Meer aufgegriffen und nach Libyen zurückführt. Dort würden Menschen aber unter grausamsten und unwürdigsten Bedingungen in Lagern und Gefängnissen festgehalten, protestierten die Hilfs- und Menschenrechtsorganisationen. Für die Gefangenen sei dies die Hölle auf Erden.

Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte unterstützt Sea Watch

Die NZZ berichtet am 30.01.2019: Italien muss den Menschen auf der blockierten «Sea-Watc 3» Hilfe leisten Wie das Strassburger Gericht mitteilte, waren Anträge auf eine sogenannte einstweilige Massnahme gestellt worden, unter anderem vom Kapitän des Schiffs.

Nach diesem Verfahren kann der Gerichtshof in Fällen drohender Menschenrechtsverletzungen einschreiten und Staaten anweisen, Abhilfe zu schaffen. Italien als Mitgliedstaat des Europarats muss sich nun an die Anordnung aus Strassburg halten. Die Regierung wurde verpflichtet, den Gerichtshof regelmässig über die Lage auf dem Schiff informieren.

Ende der Seenotrettung?

Deutschland will Beteiligung an EU-Mission „Sophia“ unterbrechen

Ihren Namen hat die Operation „Sophia“ von einem somalischen Mädchen, das an Bord eines deutschen Marine-Schiffes zur Welt kam. Jetzt wird ein wichtiger deutscher Beitrag zu „Sophia“ unterbrochen.

Migazin 23.01.2019

Flüchtlingsretter in Not

Seemänner auf Handelsschiffen stehen vor einem Dilemma, wenn sie im Mittelmeer auf Flüchtlinge stoßen. Wenn sie die Menschen retten, werden sie angeklagt, helfen sie nicht, kämpfen sie mir ihrem Gewissen. Reeder ändern inzwischen sogar ihre Routen, um einer Begegnung zu entgehen.

Bericht im Migazin vom 11.01.2019 von Dieter Sell. Bild: Solidarität auf See, 2018

Angst vor dem Präzedenzfall

eurotopics, die tägliche Presseschau der Bundeszentrale für politische Bildung verweist auf einen Artikel im Corriere della Sera vom 08.01.2019:

Europa hat die Achtung vor Menschenleben gänzlich verloren, empört sich der Schriftsteller und Journalist Paolo Di Stefano in Corriere della Sera:

„Seit Wochen erleben wir das widerwärtige Schauspiel, in dem 49 Menschenleben auf einen internationalen Schlagabtausch reduziert werden, auf Schuldabwälzung, auf numerische Berechnungen, auf diplomatische Vorsicht und die Sorge darum, ‚keinen Präzedenzfall schaffen‘ zu wollen. Die Rettung der Armen, die vor Kriegen oder dem Elend in ihren Ländern fliehen, wäre für die einzelnen europäischen Staaten, die gerade ausgiebig Weihnachten, Silvester und das Dreikönigsfest gefeiert haben, ein unverzeihlicher Präzedenzfall. Denn die Rettung eines Menschen könnte bedeuten, in Zukunft zu viele retten zu müssen. Und eine solche Verantwortung will im Moment niemand übernehmen. Also, lieber keinen als zu viele.“

Geschlossene Häfen

Sea Watch berichtet (04.01.2019): Seit mehr als 14 Tagen wartet unsere Sea-Watch 3 auf die Zuweisung eines sicheren Hafens für die 32 Kinder, Frauen und Männer, die sie zwei Tage vor Heilig Abend im zentralen Mittelmeer gerettet hat. Die andauernde Unsicherheit zermürbt unsere Gäste und auch die Crew ist an der Grenze ihrer Belastbarkeit angekommen.

Bild: Sea Watch

Fischer retten Schiffbrüchige trotz Sturm und politischem Druck

Das spanische Fischerboot Nuestra Madre de Loreto kam in der letzten November-Woche einem Flüchtlingsboot in Seenot zu Hilfe. Als auch die sogenannte Libysche Küstenwache den Unglücksort erreichte, brach unter den Geflüchteten Panik aus, viele sprangen ins Wasser. Die Fischer nahmen zwölf Menschen auf, der Rest wurde an Bord des Patrouillenboots gezwungen. Gerne hätten die Spanier ihre Gäste in einem sicheren Hafen ausgeschifft. Doch weder Malta noch Italien ließen das Schiff einlaufen. Stattdessen forderten sie eine Rückführung nach Tripolis durch die libyschen Milizionäre.

Bild: Sea-Watch

 

Sea-Watch wieder unterwegs

Nach einer mehrmonatigen Blockade durch maltesische Behörden und dem folgenden Werftaufenthalt ist die Sea-Watch 3 zu einer neuen Rettungsmission ausgelaufen!

Gemeinsam mit der spanischen Organisation Open Arms und dem italienischen Partnerprojekt Mediterranea kehrt unser Schiff in die Such- und Rettungszone vor Libyen zurück, wo die Todesrate zuletzt auf ein Rekordhoch gestiegen ist. Die Flotte dreier Schiffe aus drei Ländern, unterstützt vom Sea-Watch-Aufklärungsflugzeug Moonbird, versteht sich als zivilgesellschaftliche Antwort auf die tödliche Abschottungspolitik der EU und verfolgt ein klares Ziel: Such- und Rettungsaktionen durchführen und Menschenrechtsverletzungen dokumentieren.

https://sea-watch.org/das-projekt/sea-watch-3/

Erbärmliches Evakuierungsprogramm

Nur wenige Flüchtlinge werden im Rahmen eines Programms aus Libyen in den Niger evakuiert und nach Europa in Sicherheit gebracht.

Der Bedarf wäre um ein Vielfaches höher, wie der Experte Karl Kopp von Pro Asyl Deutschland im ARD-Europamagazin sagt. Doch der EU mangelt es an politischem Willen.

Verzweifelte Flüchtlinge auf Frachtschiff

Aus Angst vor Willkür und Inhaftierung weigern sich gerettete Flüchtlinge in Libyen an Land zu gehen. Sie harren seit Tagen auf einem Frachtschiff aus. Die Menschenrechtsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ spricht von einer „großen Schande“.

Dutzende aus dem Mittelmeer gerettete Flüchtlinge harren nach Angaben von „Ärzte ohne Grenzen“ seit Tagen auf einem Frachtschiff im Handelshafen der libyschen Stadt Misrata aus. Knapp 80 Menschen weigerten sich, von Bord zu gehen, weil ihnen in Libyen willkürliche Inhaftierung drohe, erklärte die Hilfsorganisation am Donnerstag in Berlin. Weitere 16 der aus Seenot geretteten Flüchtlinge hätten in den vergangenen Tagen das Schiff verlassen und seien in Internierungslager gebracht worden.

Aus Migazin 16.11.2018

Sea Eye bald wieder im Einsatz

Nach viermonatiger Zwangspause kann die private Rettungsorganisation mit einem neuen Schiff die Rettung von schiffbrüchigen Flüchtlingen im Mittelmeer wieder aufnehmen.

Die Regensburger Seenotretter „Sea Eye“ sehen sich als Opfer der europäischen Abschottungspolitik. Seit Juni hat „Sea Eye“ keine Einsätze mehr fahren können, weil die Flaggen der Schiffe plötzlich zum Problem wurden. Jetzt soll es unter deutscher Flagge weitergehen. „Sea Eye“ rettete nach eigenen Angaben in den vergangenen drei Jahren mehr als 14.000 Flüchtlinge vor dem Ertrinken.

Ein Interview mit dem Gründer Michael Buschheuer

Quelle: Migazin 15.11.2018

Sea Eye-Rettungsschiffe © sea-eye.org

2018 mehr als 2000 Menschen ertrunken

Nach UN-Angaben sind 2.040 Menschen auf dem Mittelmeer bei der Flucht nach Europa gestorben. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Toten rückläufig. Zurückgegangen ist auch die Zahl der Flüchtlinge.

Quelle: Migazin 13.11.2018