Angst vor dem Präzedenzfall

eurotopics, die tägliche Presseschau der Bundeszentrale für politische Bildung verweist auf einen Artikel im Corriere della Sera vom 08.01.2019:

Europa hat die Achtung vor Menschenleben gänzlich verloren, empört sich der Schriftsteller und Journalist Paolo Di Stefano in Corriere della Sera:

„Seit Wochen erleben wir das widerwärtige Schauspiel, in dem 49 Menschenleben auf einen internationalen Schlagabtausch reduziert werden, auf Schuldabwälzung, auf numerische Berechnungen, auf diplomatische Vorsicht und die Sorge darum, ‚keinen Präzedenzfall schaffen‘ zu wollen. Die Rettung der Armen, die vor Kriegen oder dem Elend in ihren Ländern fliehen, wäre für die einzelnen europäischen Staaten, die gerade ausgiebig Weihnachten, Silvester und das Dreikönigsfest gefeiert haben, ein unverzeihlicher Präzedenzfall. Denn die Rettung eines Menschen könnte bedeuten, in Zukunft zu viele retten zu müssen. Und eine solche Verantwortung will im Moment niemand übernehmen. Also, lieber keinen als zu viele.“

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