„Ärzte ohne Grenzen“ starten Seenotrettung mit eigenem Schiff

Das MIgazin vom 14.05.2021 berichtet: Die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ will die Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer fortan mit einem eigenen Schiff organisieren. Zum Einsatz komme dafür die gecharterte „Geo Barents“. Das Schiff sei am Donnerstagmorgen im norwegischen Hafen Alesund gestartet, wie eine Sprecherin von Ärzte ohne Grenzen auf Anfrage am Donnerstag in Berlin sagte. Ziel sei, „die Leben von Geflüchteten und Migranten zu retten, die sich auf die gefährliche Überfahrt von Libyen nach Europa machen und dabei in Lebensgefahr geraten“.

Nach Angaben von „Ärzte ohne Grenzen“ erreichten 2021 bislang fast 13.000 Flüchtlinge die italienische Küste. Mindestens 555 starben bei dem Versuch der Überfahrt oder werden vermisst, wie es weiter hieß. In der gleichen Zeit seien mehr als 7.000 Geflüchtete und Migranten von der durch die EU-unterstützten libyschen Küstenwache abgefangen und gewaltsam nach Libyen zurückgebracht worden.

Seit 2015 waren Teams von „Ärzte ohne Grenzen“ auf insgesamt sieben Seenotrettungsschiffen auf dem Mittelmeer im Einsatz. Teilweise hatte die medizinische Nothilfeorganisation die Schiffe mit anderen Organisationen gemeinsam betrieben. Insgesamt seien Mitarbeitende von „Ärzte ohne Grenzen“ an 682 Such- und Rettungseinsätzen beteiligt gewesen und hätten mehr als 81.000 Menschen versorgt, hieß es.

Das Schiff „Geo Barents“ wurde den Angaben zufolge von Uksnøy & Co AS gechartert und 2007 gebaut. Das Schiff mit einer Länge von 76,95 Metern segelt unter norwegischer Flagge, wie die Hilfsorganisation weiter mitteilte. Es sei für Such- und Rettungseinsätze umgebaut worden und habe zwei Decks für Überlebende, eines für Männer und eines für Frauen und Kinder. An Bord befinde sich eine Klinik, ein Zimmer für gynäkologische Untersuchungen durch eine Hebamme und ein Beobachtungsraum für alle medizinischen Aktivitäten.

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