455 Menschen aus Seenot gerettet

Sea Watch berichtet am 03.05.2021: Am vergangenen Wochenende hat die Sea-Watch 4 in 6 Rettungsaktionen 455 Menschen aus Seenot gerettet. Wir sind erleichtert, dass unserem Rettungsschiff nun Trapani auf Sizilien als sicherer Hafen zugewiesen wurde.
Seit Tagen ist die Crew der Sea-Watch 4 unermüdlich im Einsatz und hat in etwas mehr als 48 Stunden 6 Rettungseinsätze durchgeführt. Nachdem die Sea-Watch 4 am Donnerstagabend einen ersten Seenotfall bergen konnte, wurden am darauffolgenden Tag über 250 Personen von 3 weiteren Seenotfällen an Bord der Sea-Watch 4 in Sicherheit gebracht. Weder die italienischen noch die maltesischen Behörden kamen der anschließenden Forderung nach der Zuweisung eines sicheren Hafens nach.
Trotz eines bereits gefüllten Decks und einer erschöpften Besatzung wurden am vergangenen Samstag in zwei weiteren Rettungsoperationen weitere 148 Menschen aus zwei überfüllten Holzbooten gerettet. Eines der Boote trieb bereits seit 3 Tagen auf dem Meer. Obwohl es sich in der maltesischen Such- und Rettungszone befand und die Koordinaten den Behörden bekannt waren, wurde keine Rettungsaktion eingeleitet. Gestern musste eine der geretteten Personen aufgrund ihres kritischen medizinischen Zustandes von italienischen Behörden evakuiert werden.

Foto: Fabian Melber

Das medizinische Personal betreut derzeit die Geretteten, unter denen sich zahlreiche unbegleitete Minderjährige, schwangere Frauen und Kinder befinden. Viele von ihnen sind von ihrer Zeit in Libyen schwer traumatisiert. Einige berichten davon, wie sie bereits mehrfach den Versuch über das Mittelmeer gewagt haben, jedoch gegen ihren Willen von der sogenannten Libyschen Küstenwache zurück in das Bürgerkriegsland geschleppt wurden.
 
Erst am Samstagmorgen wurde die Besatzung der Sea-Watch 4 Zeugin einer gewaltvollen Rückführung durch die sogenannte Libysche Küstenwache und beobachtete, wie sie auf die Menschen im Schlauchboot einschlug, um sie anschließend nach Libyen zurück zu schleppen. Mithilfe von Kameras und Ferngläsern konnte die Besatzung den Zwischenfall beobachten und dokumentieren. Die erschütternden Aufnahmen findest Du hier.

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