247 Kommunen und Städte sind in Deutschland zur Aufnahme von Geflüchteten bereit

Sea Eye berichtet am 18.05.2021: Das von Sea-Eye betriebene Rettungsschiff SEA-EYE 4 hat innerhalb von 4 Einsatztagen mehr als 400 Menschenleben gerettet. Alle Rettungen haben in den internationalen Gewässern der libyschen und der maltesischen Rettungszone stattgefunden. Die Menschen wurden in 6 Einsätzen aus hochseeuntauglichen Holzbooten gerettet. Der UNHCR berichtete zeitgleich, dass die sogenannte libysche Küstenwache insgesamt 650 Menschen davon abgehalten hat, das Bürgerkriegsland Libyen zu verlassen. Die Geretteten kommen aus vielen unterschiedlichen Nationen. Unter ihnen sind sehr viele Minderjährige, die als besonders schutzbedürftig gelten. Bisher reagierte keine einzige europäische Behörde auf die Nachrichten der SEA-EYE 4.

Wir hoffen sehr, dass uns in den kommenden Stunden ein sicherer Hafen für die SEA-EYE 4 zugewiesen wird. Unsere Besatzung ist seit mehr als 96 Stunden im Einsatz, weil es überhaupt keine staatlichen Anstrengungen gab, diesen schutzsuchenden Menschen zu helfen“, sagt Gorden Isler, Vorsitzender von Sea-Eye e. V.

Die SEA-EYE 4 hält nun einen nördlichen Kurs. Die Einsatzleitung des Schiffes wartet darauf, dass eine europäische Rettungsleitstelle die weitere Koordinierung übernimmt. Für die medizinische Versorgung der Geretteten trägt erstmalig ein Arzt der neuen Partnerorganisation German Doctors die Verantwortung.

Unter den mehr als 400 geretteten Menschen waren 25 in einem behandlungswürdigen oder sogar kritischen Zustand. Ein achtjähriger Junge zum Beispiel war nicht mehr ansprechbar. Ihn und alle anderen Patientinnen und Patienten konnten wir im Bordhospital inzwischen stabilisieren. Drei Schwangere und ein Baby sind in guter Verfassung. Einen Mann mit Lungenentzündung haben wir negativ auf Covid-19 getestet. Die häufigsten Diagnosen waren: Unterkühlung, Austrocknung, Unterernährung, Erschöpfungszustände sowie Seekrankheit und Bewusstlosigkeit. Bedrückend ist, dass die meisten Menschen zudem deutliche Symptome schwerer Traumatisierung zeigen – auch viele der Kinder“, sagt Dr. Stefan Mees, German Doctors-Einsatzarzt und Bordarzt auf der SEA-EYE 4.
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