Vor wenigen Stunden konnten die 353 Geretteten von unserem Bündnisschiff Sea-Watch 4 vor der Küste Palermos sicher auf ein Quarantäneschiff umsteigen. Die Befürchtung, dass wir nun mit einer weiteren willkürlichen Festsetzung zu rechnen haben, dämpft jedoch unsere Euphorie. 

Rückblick: Zwischen dem 22. und 24. August konnten wir binnen 48 Stunden drei Boote mit insgesamt über 200 Passagieren aus Seenot retten. Nach der medizinischen Evakuierung eines Jugendlichen mit schweren Treibstoffverbrennungen am Mittwoch warteten die übrigen 201 geretteten Personen an Bord der Sea-Watch 4 weiterhin auf die Zuweisung eines sicheren Hafens. 
Fotos: Chris Grodotzki/Sea-Watch.org
Nach den zunächst unbeantworteten Hilferufen des Rettungsschiffes Louise Michel, das mit 89 geretteten Personen an Bord einem weiteren in Seenot geratenen Boot mit über 100 Personen half, änderten wir am Samstag den Kurs, um dem manövrierunfähigen Rettungsschiff zu helfen. Bereits vor unserer Ankunft evakuierte ein Schiff der italienischen Küstenwache einen Teil der Geretteten und brachte sie an Land. Wir wurden indes von den maltesischen Behörden angewiesen, weitere Personen von der Louise Michel und den von ihr ausgeworfenen Rettungsinseln zu bergen. Malta, das mit einem Schiff der maltesischen Streitkräfte vor Ort war, machte noch einmal deutlich, dass es nicht bereit ist, Verantwortung für Menschen in Seenot in der eigenen Such- und Rettungszone zu übernehmen. Stattdessen musste die Sea-Watch 4 diese – eigentlich staatliche – Aufgabe erfüllen.
Fotos: Chris Grodotzki/Sea-Watch.org
Heute, zwölf Tage nach der ersten durchgeführten Rettung, konnte die Sea-Watch 4 die 353 Überlebenden in Palermo, Sizilien, endlich in einen sicheren Hafen bringen, wo die geretteten Menschen auf ein Quarantäneschiff gebracht wurden. Nun befürchten wir, dass unserer Sea-Watch 4 das gleiche Schicksal droht, das auch die Sea-Watch 3 nach ihrer letzten Mission ereilte: die rein politisch motivierte Festsetzung wegen angeblicher Sicherheitsmängel.
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