Sea-Watch wieder unterwegs

Nach einer mehrmonatigen Blockade durch maltesische Behörden und dem folgenden Werftaufenthalt ist die Sea-Watch 3 zu einer neuen Rettungsmission ausgelaufen!

Gemeinsam mit der spanischen Organisation Open Arms und dem italienischen Partnerprojekt Mediterranea kehrt unser Schiff in die Such- und Rettungszone vor Libyen zurück, wo die Todesrate zuletzt auf ein Rekordhoch gestiegen ist. Die Flotte dreier Schiffe aus drei Ländern, unterstützt vom Sea-Watch-Aufklärungsflugzeug Moonbird, versteht sich als zivilgesellschaftliche Antwort auf die tödliche Abschottungspolitik der EU und verfolgt ein klares Ziel: Such- und Rettungsaktionen durchführen und Menschenrechtsverletzungen dokumentieren.

https://sea-watch.org/das-projekt/sea-watch-3/

Erbärmliches Evakuierungsprogramm

Nur wenige Flüchtlinge werden im Rahmen eines Programms aus Libyen in den Niger evakuiert und nach Europa in Sicherheit gebracht.

Der Bedarf wäre um ein Vielfaches höher, wie der Experte Karl Kopp von Pro Asyl Deutschland im ARD-Europamagazin sagt. Doch der EU mangelt es an politischem Willen.

Verzweifelte Flüchtlinge auf Frachtschiff

Aus Angst vor Willkür und Inhaftierung weigern sich gerettete Flüchtlinge in Libyen an Land zu gehen. Sie harren seit Tagen auf einem Frachtschiff aus. Die Menschenrechtsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ spricht von einer „großen Schande“.

Dutzende aus dem Mittelmeer gerettete Flüchtlinge harren nach Angaben von „Ärzte ohne Grenzen“ seit Tagen auf einem Frachtschiff im Handelshafen der libyschen Stadt Misrata aus. Knapp 80 Menschen weigerten sich, von Bord zu gehen, weil ihnen in Libyen willkürliche Inhaftierung drohe, erklärte die Hilfsorganisation am Donnerstag in Berlin. Weitere 16 der aus Seenot geretteten Flüchtlinge hätten in den vergangenen Tagen das Schiff verlassen und seien in Internierungslager gebracht worden.

Aus Migazin 16.11.2018

Sea Eye bald wieder im Einsatz

Nach viermonatiger Zwangspause kann die private Rettungsorganisation mit einem neuen Schiff die Rettung von schiffbrüchigen Flüchtlingen im Mittelmeer wieder aufnehmen.

Die Regensburger Seenotretter „Sea Eye“ sehen sich als Opfer der europäischen Abschottungspolitik. Seit Juni hat „Sea Eye“ keine Einsätze mehr fahren können, weil die Flaggen der Schiffe plötzlich zum Problem wurden. Jetzt soll es unter deutscher Flagge weitergehen. „Sea Eye“ rettete nach eigenen Angaben in den vergangenen drei Jahren mehr als 14.000 Flüchtlinge vor dem Ertrinken.

Ein Interview mit dem Gründer Michael Buschheuer

Quelle: Migazin 15.11.2018

Sea Eye-Rettungsschiffe © sea-eye.org

2018 mehr als 2000 Menschen ertrunken

Nach UN-Angaben sind 2.040 Menschen auf dem Mittelmeer bei der Flucht nach Europa gestorben. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Toten rückläufig. Zurückgegangen ist auch die Zahl der Flüchtlinge.

Quelle: Migazin 13.11.2018