Wir dokumentieren, was im Mittelmeer passiert

Nach einer Zwangspause bereitet die Flüchtlingsinitiative „Mission Lifeline“ einen neuen Einsatz im Mittelmeer vor. Die EU wolle „keine Zeugen für die Toten im Mittelmeer“. Man werde sich aber nicht festsetzen lassen.

 

Aus: Migazin 24.10.2018.

Ein Seenotretter berichtet

Nick ist Rettungskoordinateur an Bord des Rettungsschiffs Aquarius. Er hat Dinge gesehen, die niemand durchmachen und die kein menschliches Wesen erleiden sollte. Lange hat er geschwiegen, jetzt erzählt er vom Leid der Menschen und was er von der EU-Flüchtlingspolitik hält. 

Aus: Migazin vom 23.10.2018.

Seenotretter Nick auf dem Schiff © Maud Veith / SOD Méditerranée

Die SEEBRÜCKE bei #unteilbar

Wir sind immer noch total überwältigt von der #unteilbar-Demonstration am 13. Oktober 2018 in Berlin. Über 242.000 Menschen haben für eine offene und freie Gesellschaft und Solidarität statt Ausgrenzung demonstriert.
Neben zahlreichen weiteren Bündnissen und Initiativen war auch die SEEBRÜCKE vertreten: Mit allein 30.000 Teilnehmenden repräsentierte der SEEBRÜCKEN-Block, wie riesig die Bewegung in den letzten Monaten geworden ist.

Die kommenden Aktionen: https://seebruecke.org/#upcoming

500 Tote später

Rettungsschiff „Sea-Watch 3“ verlässt Malta

Das Migazin berichtet am 22.10.2018: Seit drei Monaten sitzt das Rettungsschiff „Sea-Watch 3“ in Malta fest. Jetzt hat es die Genehmigung erhalten, das Hafen zu verlassen. Der Vorstand von „Sea-Watch“ kritisiert, dass seit der Festsetzung über 500 Menschen im Mittelmeer ertrunken sind.

Sea-Watch 2 rettet Flüchtlinge auf dem Mittelmeer (Archivfoto) © Moritz Richter

Seemannsmission fordert Regeln für Rettung von Flüchtlingen

Das Migazin (Migration in Germany) berichtet am 17.10.2018 über eine Stellungnahme der Deutschen Seemannmisson, die mit mehr als 700 Haupt- und Ehrenamtlichen 32 Stationen im In- und Ausland betreibt. Diese leisten auf Schiffen, in Seemannsclubs und in Seemannsheimen Seelsorge und Sozialarbeit für Seeleute aus aller Welt.

Retten sie Flüchtlinge auf hoher See, laufen Seeleute Gefahr, kriminalisiert zu werden. Retten sie Flüchtlinge nicht, leiden sie unter Schuldgefühlen und machen sich schuldig wegen unterlassener Hilfeleistung. Die Deutsche Seemannsmission appelliert an die Politik, verbindliche Regelungen zu schaffen.

Wir von Solidarität auf See finden: Eigentlich sind die Regeln klar: Seenotrettung ist oberstes Gebot! Die Diskussion zeigt lediglich, wie weit wir uns schon von grundlegenden humanitären Verpflichtungen verabschiedet haben.

Flüchtlinge werden aus dem Dorf Riace vertrieben

Nach der Verhaftung des Bürgermeisters nun die Vertreibung der Flüchtlinge

Die Presse aus Wien berichtet: Nach der Festnahme des Bürgermeisters von Riace wegen Beihilfe zur illegalen Einwanderung hat das italienische Innenministerium am Samstag angeordnet, dass die rund 200 Migranten, die im dem Dorf in Kalabrien untergebracht sind, von kommender Woche an in andere Flüchtlingsunterkünfte in Italien gebracht werden sollen. Das Innenministerium stellte Verstöße gegen das Gesetz im Umgang mit der Flüchtlings-versorgung fest. Innenminister und Lega-Chef Matteo Salvini sprach von Unregelmäßigkeiten im Umgang mit öffentlichen Finanzierungen für die Flüchtlingsversorgung.

Der Beschluss des italienische Innenministeriums, 200 Migranten aus dem süditalienischen Dorf Riace in Flüchtlingsunterkünften unterzubringen, sorgt für helle Empörung bei Spitzenpolitikern der Opposition und Menschenrechtsorganisationen. Sie kritisierten den Schritt des Innenministeriums, der als Schlag gegen ein Modell erfolgreicher Integration von Flüchtlingen gilt.

Unteilbar

Für eine solidarische Gesellschaft

Rund 240.000 Menschen aus ganz Deutschland haben nach Veranstalterangaben in Berlin gegen einen Rechtsruck und für die Einhaltung der Menschenrechte in Deutschland demonstriert. Zahlreiche Parteien, Organisationen, Gewerkschaften, Initiativen, kirchliche Gruppen, Sozial- und Flüchtlingsverbände sowie Kulturschaffende unterstützten die Aktion am Samstag. Das Motto lautete „Für eine offene und freie Gesellschaft – Solidarität statt Ausgrenzung“.

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