Was ein Staatsanwalt „vermutet“

Die Flucht über das Mittelmeer

Private Rettungsorganisationen, die Flüchtlinge im Mittelmeer retten, könnten von Schleppern mitfinanziert sein, das sagt ein italienischer Staatsanwalt.

https://tp.srgssr.ch/p/portal?urn=urn:srf:ais:video:672a0472-3ac6-4324-94fb-46ee3850517b&autoplay=true&legacy=true&width=640&height=360&playerType=

Todeszone Mittelmeer: Sind die Retter schuld?

Im Magazin Monitor der ARD findet sich ein aktueller Beitrag zur Frage, ob die Retter schuld an der Mittelmeer-Katastrophe sind. Zu finden ab Minute 8.35.

http://www.ardmediathek.de/tv/Monitor/Monitor-vom-27-04-2017/Das-Erste/Video?bcastId=438224&documentId=42455998

 

Von der Seenotrettung zu sicheren Fluchtwegen?

Montag, 01. Mai 2017: 20:00 Uhr, Kanonengasse 20, 8004 Zürich

Buchvernissage und Podium mit:
– Marion Bayer, «Welcome to Europe»
– Daniel Böhm, «Alarmphone»
– Hagen Kopp, «Kein Mensch ist illegal»
– Noëmi Landolt, WOZ-Journalistin

Die WOZ-Journalistin Noëmi Landolt liest aus ihrem Blog Mission Mittelmeer, der am 1. Mai als Buch erscheint, und berichtet über ihre Erfahrungen an Bord der Sea-Watch 2. Dieses zivile Rettungsboot ist im Einsatz auf dem Mittelmeer vor der libyschen Küste und an der Rettung von Tausenden von Bootsflüchtlingen beteiligt.

Ausgehend von der aktuellen Situation auf den Fluchtrouten diskutieren AktivistInnen über hoffnungsvolle Perspektiven und Projekte. Das Watch the Med Alarmphone ist eine 24-Stunden-Hotline für Flüchtende in Seenot. Das AktivistInnennetzwerk hat bislang Notrufe von mehr als 1800 Booten aus allen Mittelmeerregionen erhalten. Welcome to Europe informiert Neuangekommene über ihre Rechte und vernetzt Geflüchtete mit lokalen Gruppen und Organisationen. Kein Mensch ist illegal kombiniert Erfahrungen an den Aussengrenzen mit Projekten in europäischen Innenstädten – vom Kampf um sichere Fluchtwege bis zu einem Bleiberecht für alle Geflüchteten.

Organisation: Alarmphone Network und WOZ Die Wochenzeitung

Mitgliederversammlung Solidarität auf See

Am Donnerstag, 20.April 2017 führen wir im Berner GenerationenHaus die erste Mitgliederversammlung des Vereins Solidarität auf See durch. Wir treffen uns von  12.00 – 13.00 Uhr. Für eine Verpflegung ist gesorgt. Wir bitten um Anmeldung bis am 18. April an info@solidaritaet-auf-see.ch. Herzlich Willkommen!

Eldorado

Il y avait un bateau qui en cherchait un autre. Des hommes partaient sauver d’autres hommes, par une sorte de fraternité sourde. Parce qu’on ne laisse pas la mer manger les bateaux. On ne laisse pas les vagues se refermer sur les vies sans tenter de les retrouver.

Laurent Gaudé: Eldorado. Èdition j’ai lu, Paris 2009

Retten schadet nicht

Unter diesem etwas sonderbaren Titel erschien in der Zeit Online Nr 15/2017 ein Artikel, der nachzuweisen versucht, dass es nicht die Hilfsorganisationen sind, welche den Flüchtlingsstrom anschwellen lassen. Dieser Vorwurf wurde ja von verschiedenen Seiten erhoben, nicht zuletzt vom Frontex-Chef Fabrice Leggeri. Die Botschaft an die Flüchtlinge dahinter: Versucht erst gar nicht nach Europa zu kommen, denn es wird euch niemand retten. Oder anders gesagt: Wir lassen euch zur Abschreckung ertrinken.

Im Artikel wird darauf hingewiesen, dass diese reichlich zynische Argumentation bereits zum Abbruch der Mare Nostrum-Aktion beigetragen hatte. Die beiden Autoren Rob Gruijters vom Institut für Soziologie der Uni Oxford und Elias Steinhilper von der Scuola Normale Superiore in Florenz haben – saisonbereinigt – die Ankunfts- und Todesraten vor und nach dem Ende von Mare Nostrum überprüft. Während des Programms belief sich die Zahl der Ankünfte auf ca 45’000. Dabei starb etwa ein Mensch aus 49  bei der Überfahrt. Nach Mare Nostrum stieg die Anzahl der Überfahrten und es kamen ca. 63’500 Menschen in Europa an. Dabei stieg die Todesrate auf 1 zu 36.

Die schlechter organisierte Seenotrettung führte also zu mehr Toten, aber nicht zu weniger Flüchtlingen. Der Artikel endet mit dem Fazit: „Die aktuelle Kritik, zivile Seenotrettung sei für die humanitäre Katastrophe im Mittelmeer mitverantwortlich, verfehlt nicht nur den Kern des Problems, sie entbehrt auch jeglicher empirischer Grundlage.“ Da bleibt uns nur zu ergänzen: Ertrinken lassen ist keine Option!

Link zur Studie der Oxford University: https://www.law.ox.ac.uk/research-subject-groups/centre-criminology/centreborder-criminologies/blog/2017/03/border-deaths