101 Personen brauchen einen sicheren Hafen

Das Migazin vom 30.08.2019 berichtet: Seit Montag kreuzt das deutsche Rettungsschiff Eleonore mit Flüchtlingen an Bord im Mittelmeer. Malta und Italien verweigern die Einfahrt in ihre Hoheitsgewässer. Immerhin kam eine Hilfslieferung an – und Brüssel und Berlin verhandeln. Ein italienisches Schiff rettet weitere Menschen auf dem Mittelmeer.

„Eleonore“ sucht dringend einen Hafen für die 101 geretteten Flüchtlinge an Bord. Die hygienischen Verhältnisse seien schwierig, es gebe nur zwei Toiletten, und die Enge auf dem Schiff mache den Flüchtlingen zu schaffen, teilte die Dresdner Hilfsorganisation Mission Lifeline am Mittwoch mit. Ein langes Ausharren auf See sei nicht möglich. Malta und Italien haben dem Schiff die Einfahrt in ihre Hoheitsgewässer und Häfen verwehrt. Die Bundesregierung will sich um eine europäische Lösung bemühen.

Da das Schiff unter deutscher Flagge fahre, habe man die EU-Kommission kontaktiert und gebeten, zu einer solidarischen Verteilung der Menschen zu kommen, sagte ein Sprecher des Innenministeriums in Berlin, Deutschland werde sich wieder in beachtlicher Höhe an der Aufnahme der Menschen an Bord beteiligen. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes fügte hinzu, der aktuelle Fall zeige, wie dringend es sei, zu einer europäischen Lösung zu kommen.

Sea Eye-Rettungsschiffe © sea-eye.org

Die „Eleonore“ unter ihrem Kapitän Claus-Peter Reisch hatte die Flüchtlinge am Montag vor der libyschen Küste bei einem Schiffbruch gerettet. Am Mittwoch lag sie an der 12-Meilen-Zone vor Malta. Die meisten Geretteten kommen laut Lifeline aus dem Sudan. Unter ihnen sind 30 Minderjährige, vier davon unter zehn Jahren.

Unterdessen hat die „Mare Jonio“ der italienischen Hilfsorganisation Mediterranea Saving Humans vor der libyschen Küste knapp hundert weitere Bootsflüchtlinge gerettet. Unter den Migranten seien 26 Frauen, darunter acht Schwangere, und 22 Kinder unter zehn Jahren, teilte die Organisation am Mittwoch auf Twitter mit.

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