EU-Einsatz «Sophia» vor libyscher Küste wird fortgesetzt

Kollateraleffekte

Das Echo der Zeit von Radio DRS berichtet heute: Sophia soll in erster Linie das Schlepperwesen bekämpfen und in zweiter Linie Flüchtlinge retten. Sophia hat bisher 40 ooo flüchtlinge geretten, 470 Schlepperboote zerstört und 110 Schlepper verhaftet. Das Vorgehen gegen das Schlepperwesen hat zur Folge, dass die Schlepper die Flüchtlinge nicht mehr in Holzbooten losschicken, sondern in Schlauchbooten, die es kaum über die 12-Meilen-Zone schaffen.

Lorenzo Pezzani von der University of London hat die Auswirkungen der Sophia-Strategie untersucht. Er stützt sich auf durch Wikileaks veröffentlichte Dokumente des Auswärtigen Dienstes der EU, in denen eingestanden wird, dass der Wechsel auf die seeuntüchtige Schlauchboote ein Resultat der Sophia-Strategie ist, Das hindert aber Exponenten der EU nicht, für diesen Effekt die zivile Seenotrettung verangtwortlich zu machen.

Vor diesem Hintergrund tönen auch die jüngsten Verlautbarungen von Simonetta Sommaruga zumindest zwiespältig:

„Die Länder an der Mittelmeerroute haben die in Rom angebahnten Gespräche weitergeführt und insbesondere besprochen, wie der Schutz der Migranten verstärkt sowie Menschenhandel und -schmuggel bekämpft werden sollen. Gemeinschaftliches Ziel ist die Rettung von Menschenleben dank weniger Wüsten- und Meerüberquerungen. Zudem soll die Zusammenarbeit bei der Grenzverwaltung und der Rückkehrhilfe ins Herkunftsland vorangetrieben werden.“

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